CHRONIK 2016

"Viva la musica" Es lebe die Musik

VivalaMusica

Die Vorbereitung

Nach monatelanger Vorbereitung halfen unzählige Hände schon Tage vorher beim Aufstellen des großen Festzeltes, der wundervollen Dekoration, der Bestückung der kulinarischen Tankstellen und allen anderen Erfordernissen, damit am 24.09.2016 der große Tag reibungslos beginnen konnte.

Das Symposium

Univ.-Doz. DDr. Peter Wiesflecker, aufgewachsen in Feistritz, eröffnete den Reigen der Referenten mit einem historischen Abriss über das Lied und den gemeinschaftlichen Gesang von 1800 bis heute. Immer wieder ist es ungemein spannend, Historisches aus unserer Region zu erfahren. Peter Wiesflecker meinte, dass gemeinsames Singen nicht nur gemeinschaftsbildend und identitätsstiftend, sondern zu einer sehr persönlichen Spurensuche werden kann. Florian Scholz, Intendant des Stadttheaters Klagenfurt, sprach über die Bedeutung von Chor-Gemeinschaften für das Kulturleben und sagte, es gäbe für ihn keinen Unterschied zwischen Hoch- und Volkskultur, wenn die Ausführenden die Herzen des Publikums erreichen und dieses im Innersten berührt wird. Sein Beispiel dafür war der Wortlaut des Kärntner-Liedes „Das Radl der Zeit“ von Gretl Komposch, welchen er vorlesen wollte. Von Emotionen überwältigt übergab er aber das Mikrofon unserer Ehrenobfrau Annelies Wernitznig, die den Lied-Text in ihrer unnachahmlichen Art vortrug und dies ging Vielen sehr zu Herzen.
Josef Nadrag vom ORF Kärnten referierte über das soziale Biotop in Chorgemeinschaften, brachte sozusagen eine Anleitung für Aufbau, Pflege, Entwicklung und Zukunftsperspektiven eines Chores, beschrieb Funktionen und Ausbildungsmöglichkeiten und betonte, dass man mit einem Chor an Ereignissen teilnehmen kann, die man sonst nicht erleben würde und an Plätze kommt, die sonst verschlossen blieben.
Das Thema von Arnold Mettnitzer, Theologe und Psychotherapeut, war der Sinn einer Singgemeinschaft und die Begeisterung als innerer Motor der Seele. Er sprach über den Film „Wie im Himmel“, in dem es einem einzigen Menschen gelingt, die Herzen der Menschen in einem Dorf durch gemeinsames Singen so zu berühren, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Er meinte, der Sinn einer Singgemeinschaft ist es, sinnstiftend die Herzen der Zuhörer zu erreichen. In jedem Menschen steckt viel mehr, als man denkt und man soll sich auf die Suche nach diesem inneren Potential machen und sich nicht fürchten. 

Das gemeinsame Mittagessen wurde im Gasthof Alte Post eingenommen. Ich kam mit Arnold Mettnitzer ins Gespräch. Möglicherweise hat das Thema des Symposiums Viele davon abgehalten, zu kommen, doch er kommentierte diesen Umstand mit den Worten: „Egal, worum es sich handelt, es geht immer um Alles“. Nach dem Essen startete Clara Sattler, Stimmbildnerin und Sängerin aus Südtirol, uns wohlbekannt von vielen, vielen Stimmbildungen bei unseren Singtagen, mit einem gemeinsamen Jodler, denn so ein Jodler sei gut für die Verdauung. Ihre Botschaft: Singen hebt die Stimmung, weil die Gesichtsmuskeln ähnlich beansprucht werden wie beim Lachen. Es blieb natürlich nicht nur bei einem Jodler, sondern es wurde gleich drei Mal gemeinsam gejodelt.
Unsere „Legende“ Franzi Mörtl bestritt den Part: „Wie wichtig sind kulturelle Wurzeln für ein gelingendes Chorleben“ und wurde von unserer Obfrau Claudia Leitner mit folgenden Worten angekündigt: Während seiner Zeit als Chorleiter der SGO war sein Motto: Das Wichtigste im Leben ist das Singen in der Singgemeinschaft Oisternig.
Franz Mörtl ließ seinen musikalischen Weg Revue passieren und sagte, das kulturelle Erbe und die Suche nach der Identität sollten stets Aufgaben von Chorgemeinschaften sein und tragen zur Festigung einer Gemeinschaft bei.
Zum Abschluss unseres Symposiums betrat Mani Mauser, der „schrille“ Pop-Professor aus Graz, mit dem wir schon viele wunderbare Singtage erleben durften, die Bühne und stimmte mit den Symposiums-Teilnehmern den Song „You help me up, when I’m down“ an. Er blickt auf einen Erfahrungsschatz von 30 Jahren zurück. Mit 17 Jahren konnte er nach einer klassischen Klavier-Ausbildung z.B. die Arabesken von Debussy rauf und runter spielen, brachte aber in einer Band am Klavier keinen Akkord zusammen. Seiner Erfahrung nach sollten alle Kinder zwischen 9 und 15 durch eine „Chorschleuse“ durchgehen und sich dann entscheiden, in welche Richtung sie sich musikalisch entwickeln. Derzeit leitet er in Graz ein Chorprojekt „Lust auf Pop“ mit 70 Personen zwischen 15 und 75 und hat damit großen Erfolg.
Ein abschließendes Resümee zum Symposium wurde von DI Peter Fercher, Obmann des Kärntner Bildungswerkes, Edi Wassermann, Gau-Chorleiter-Stellvertreter vom Kärntner Sängerbund und Jörg Schlaminger, Intendant der Eberndorfer Sommerspiele und langjähriger Begleiter der SGO, gezogen.  

Ich zitiere wörtlich:

Fercher: Clara Sattler und Mani Mauser haben durch das gemeinsame Singen den Chor in das Symposium eingebunden und damit gezeigt, wie wichtig es wäre, die Kopflastigkeit im Bildungsbereich hin zum Musischen zu wenden.

Wassermann: Das Symposium war stimmig und toll, wäre ein leuchtendes Beispiel für andere Chöre und es ist schade, dass so Wenige dieser Einladung gefolgt sind.

Schlaminger: Dieses Symposium kam niemals auch nur in die Nähe von Langeweile, es ging um’s Eingemachte, auch für den Chor selbst, die SGO war immer sein Chor und wichtig für ihn und sein Leben und bevor ihn eine Scholz’sche Träne ereilt, hört er auf zu sprechen.

Kulinarische Begegnung am Nachmittag

Das Wetter war uns hold und der Nachmittag im goldenen Herbstlicht und mit warmen Temperaturen genau so, wie wir es uns gewünscht haben. Bei Kirchtagssuppe, Reindling, Sasaka-Broten, Siegis Schnitzelsemmeln, erfrischenden Getränken und den Klängen von Tonc Feinig & Band trafen nach und nach unsere Gäste für das am Abend stattfindende Konzert statt.

Das Konzert mit CD-Präsentation

Gemeinsam mit dem jungen Quartett OisterniX (im neuen Outfit), dem Quintett Oisternig, das wir leider viel zu selten hören, dem Jugendchor Young Oisternig und Tonc Feinig & Band standen wir im ausverkauften Festzelt auf der Bühne, um unsere neue CD „Viva la Musica“ zu präsentieren.
Unser junges Quartett OisterniX und das Quintett Oisternig haben das Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Überraschungsgast Clara Sattler brachte zwei rasante Jodler zu Gehör. Mani Mauser dirigierte Skyfall von Adele, das er einst mit uns einstudiert hat. Es war eine Freude, Tina Zwitter beim Dirigieren des wunderbaren Jugendchors Young Oisternig zu sehen. Wie immer ein Highlight war Tonc mit seiner Band. Zum Abschluss wurde „Circle of Life“ von Elton John gemeinsam mit allen teilnehmenden SängerInnen gesungen und der überwältigende Schlussapplaus hat für all die viele Vorbereitungsarbeit mehr als entschädigt.

Landtagspräsident Reinhard Rohr war in Vertretung des Kärntner Landeshauptmannes Peter Kaiser beim Konzert und schrieb auf Facebook: „Ein musikalischer Genuss der Spitzenklasse“ – Vielen Dank, das freut uns sehr.

Text: Ines Wulz

 

 

 

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Kontakt

Singgemeinschaft Oisternig

Obfrau: Claudia Leitner

Tel.: +43 650 4201065

E-Mail: info@oisternig.at