CHRONIK 2010

Franz Mörtl, frisch gebackener Professor & Inhaber der "goldenen Stimmgabel"

Unserem ehemaligen Chorleiter Franz Mörtl wurde vor kurzem der Professorentitel verliehen, und das im Rahmen eines Konzertabends in der Musikschule in Feistritz an der Gail, an dem die 5 Gailtaler zugleich ihr neues Buch „...unsere Lieder in unserem Gewand“ präsentierten. Bürgermeister Dieter Mörtl, der für die Ausrichtung dieser gelungenen Feier verantwortlich zeichnete, gratulierte ebenso, wie die Singgemeinschaft Oisternig und die vielen Gäste aus nah und fern.

Die „5 Gailtaler“ sind stolz auf ihr Liederbuch „...unsere Lieder in unserem Gewand“

Wenn am Schluss der Reden unserem Franzi vom Obmann der 5 Gailtaler, Gerhard Hohenwarter, und unserem Obmann, Christian Wohlmuth, die „Goldene Stimmgabel“ überreicht wurde, dann sah man dem frischgebackenen Professor an, wie er diese sichtlich erfreut in Empfang nahm, um seiner Singgemeinschaft Oisternig den „Spåtn Åbend“ anzustimmen.

Trotzdem sei es gestattet, Teile der gelungenen Laudatio, die unsere ehemalige Obfrau Annelies Wernitznig hielt, zu zitieren: „Franz Mörtl hat das Glück in einem Ort aufgewachsen sein zu dürfen, in dem Singen seit Generationen ein wichtiger Stellenwert beigemessen wurde und auch noch wird. Ich kenne keinen anderen Menschen, dessen Leben von einem der elementarsten Bedürfnisse des Menschen, wozu u.a. auch das Singen gehört, so ausgefüllt ist, wie das Leben des Franz Mörtl. Man sagt, ihm wurde der Gesang schon in die Wiege gelegt, denn er hatte einen hochmusikalischen Vater, der mit seinen Kindern regelmäßig musizierte. Nach dem frühen Tod des Vaters hat dessen Bruder, Dir. Alois Leiler, Onkel Lois, wie wir ihn auch zu nennen pflegen, den Knaben Franzi im Alter von 15 Jahren in den Feistritzer Kirchenchor aufgenommen, in dem nach dem Proben von geistlichen Liedern auch alte Feistritzer Lieder gesungen wurden. Onkel Lois wurde sein Mentor und ihm ist es zu verdanken, dass Franz Mörtl mit dem alten Liedgut von Jugend an vertraut wurde. Dass die alten traditionellen Lieder einmal einen großen Stellenwert bzw. sogar eine immense Wichtigkeit und einen immensen Wert in seinem Leben einnehmen werden, hat er damals in seiner Sturm- und Drangzeit noch nicht wahrnehmen können, aber sie waren in seinem Herzen estgeschrieben und wenn es sich ergab, immer abrufbar. Die Bedeutung unseres Untergailtaler Kulturgutes ist Franz Mörtl erst anlässlich einer Kanadareise mit seinen 5 Gailtalern bewusst geworden, als die Gruppe vor einstens ausgewanderten Feistritzern die alten Lieder als Überraschungsgeschenk darboten. Wie Franzi eingangs berichtete, war es zutiefst berührend, welche Emotionen da bei den Exilfeistritzern hochkamen. Es ist auch nicht zu beschreiben, mit welcher Selbstverständlichkeit und mit welcher Authentizität Franz Mörtl diese alten Feistritzer Lieder in der Öffentlichkeit mit den 5 Gailtalern und mit der SGO präsentiert hat, und das noch zu einer Zeit, in der wir oftmals der Kritik ausgesetzt waren, zu viel slowenische Lieder im Repertoire zu haben. Franz Mörtl hörte zwar diese Kritiker, aber er ist seinen Weg unbeirrbar weitergegangen und hat es sogar gewagt und geschafft, Brauchtum zu Kirchtag, Liebe, Hochzeit, Tod und Kaleda mit den dazugehörigen Liedern auf der Bühne darzustellen. Es war ein Experiment und kein leichtes Unterfangen, denn die Gefahr dabei ist, nicht authentisch zu sein. Doch die Botschaft ist immer gelungen, die Lieder sind bekannt geworden und haben den 5 Gailtalern und der SGO große Erfolge gebracht.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es Franz Mörtl mit seinem vorbildlichen Wirken als Musikpädagoge in den vielen Jahren seiner Chorleitertätigkeit immer wieder gelungen ist, vor allem junge Leute für das Chorsingen zu begeistern und auch für die alten Lieder zu sensibilisieren. Moderne und klassische Lieder singen andere auch, aber die traditionellen Lieder waren das Einmalige, das Urige, man möchte fast sagen das Archaische, und auch die jungen Leute und jene Sängerinnen und Sänger, die der slowenischen Sprache nicht mächtig sind, verspürten, dass hier nichts Aufgesetztes, sondern etwas Authentisches passiert. Das schriftlich festgehaltene Lied genügt zwar sich selbst, doch es wird erst dann fruchtbar, wenn es gehört und gesungen wird. Dazu bedarf es Menschen, die diese Lieder weitergeben, nicht künstlich, sondern in natürlichem und unverfälschtem Selbstverständnis.
Die Verleihung des Professorentitels ist eine Auszeichnung, die nicht jeder bekommt, die nur Menschen zuteil wird, die sich jahrelang ehrenamtlich, unentgeltlich und mit großem Engagement um etwas bemühen, das erhaltenswert ist, von bleibendem Wert ist oder anderen Menschen zugute kommt. Dieser Jemand darf aber nicht nur einmal etwas geschaffen haben und sich dann auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern er muss an seinem Lebenswerk und seinen Visionen stetig weiterarbeiten. Dies sind Kriterien, die zutreffen müssen, um in den Verdienst des Titels eines Ehrenprofessors zu kommen. Jeder, der mit Franz Mörtl jemals zusammengearbeitet hat, weiß, wie sehr er allen diesen Kriterien gerecht wurde und noch immer wird.
Bei dir, lieber Franzi, möchte ich mich im Namen der SGO und der 5 Gailtaler für alles bedanken, woran wir haben teilhaben dürfen, vor allem dafür, dass du uns das Gspür für die Schönheit dieser Lieder in die Herzen gelegt hast. Unser Dank gilt auch deiner gesamten Familie, die immer bereit war deine Arbeit und deine bzw. unsere Visionen mitzutragen, denn das Haus Mörtl war und ist für alle Singbegeisterten immer offen gestanden.“

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Kontakt

Singgemeinschaft Oisternig

Obfrau: Claudia Leitner

Tel.: +43 650 4201065

E-Mail: info@oisternig.at